Bilder: Gaby Femenia

Debütsingle und live EP – das erste Kapitel von Juicy Lemon Club

Es ist ein warmer Spätsommerabend. Du sitzt irgendwo im Süden Europas an der Strandbar und schlürfst gemütlich deinen Cocktail, wobei deine Hand bei jedem Schluck durchs Kondenswasser des kühlen Drinks leicht nass wird. Du streichst sie dir an deinem geblümten Hemd ab, bevor du zur kleinen Schale mit gesalzenen Nüssen greifst. Die Beine, erschöpft von einem langen Tag am Meer, streckst du Richtung Sonnenuntergang, wo der Feuerball den Himmel orange färbt. Du lauschst der Musik. Doch wer spielt da? Der Hauseigene Juicy Lemon Club! Juan bringt auf seiner Snaredrum die Hüften zum Schwingen, Timon strahlt mit seinen Synthi-Sounds allen Zuhörenden ein Lächeln ins Gesicht, während Philippe passend zu seiner Bass-Line durch die Gegend hüpft und Berenice mit ihrer warmen Stimme und ihrem gefühlvollen Gitarrenspiel den Leuten tief in die Seele greift. Der saftig frische Sound ist das Tüpli auf dem i in Sommervibes.  

 

Diesen Freitag ist mit «Colourful Underwear» die Debütsingle von Juicy Lemon Club erschienen. Doch wer sind die vier? Was kann man von ihnen und ihrer Musik erwarten? Und was treibt sie an? bâlusique hat mit den jungen Basler*innen gesprochen. 

 

Angefangen hat alles mit einer Jam Session von Berenice und Philippe, die sich als Bandraumnachbar*innen und Chorkolleg*innen flüchtig kannten. Mithilfe von Looping-Technik haben sie die ersten gemeinsamen Klänge erzeugt. «Wir spielen heute noch Songs, die dort entstanden sind», erzählt Berenice. Nach weiteren Jam Sessions wollten sich die beiden schliesslich für einen Band Contest anmelden, wozu sie einen Drummer und einen Keyboardspieler benötigten. So kamen Juan und Timon hinzu und die Gruppe Berenice and the Nice Birds war gegründet. Schon nach relativ kurzer Zeit war jedoch ein neuer Name fällig. Nicht Frontwoman Berenice sollte im Zentrum stehen, sondern die ganze Band. «Es ist nicht nur meine Musik. Alle geben etwas dazu. Mittlerweile spielen wir auch nicht nur meine Songs, sondern wir schreiben zusammen oder andere bringen Songs.» 

 

Ein genaues Rezept für die Entstehung dieser Tracks gibt es nicht. Oft bringt jemand eine Idee mit in die Probe. «Dann machen wir als Band etwas daraus. Es gibt genügend Inputs, sodass daraus etwas Neues wird», schildert Timon. Was genau jeweils daraus wird, ist nur schwer zu definieren. «Es ist nicht der aktuelle Pop, der im Radio läuft», meint Drummer Juan. «Wir würden es am liebsten gar nicht in ein Genre fassen», erklärt Timon, «aber wir müssen es ein Stück weit.» Während Juan den Sound als «Indie Pop mit einer guten Portion Funk aus den 70ern» beschreibt, ergänzt Philippe mit «Soul» und Berenice merkt an: «Es ist mehr nach hinten als nach vorne orientiert.» Aus den altbekannten Zutaten der 60er und 70er Jahre entsteht ein frischer Mix, der mit dem Zeitgeist aber voll mithält. Als moderne Inspiration zählen die vier Musiker*innen zum Beispiel Tom Misch, Vulfpeck und Parcels auf. 

 

Gleichzeitig verfügt Juicy Lemon Club aber über einen ganz eigenen Charakter. Zentral ist dabei auch der Text, wie Berenice ausführt. «Es sind nicht einfach dumme Dictionary Rhymes, sondern Texte, die etwas bedeuten, in die man etwas interpretieren kann.» Aber auch «satte Grooves» seien essenziell, hängt die Sängerin und Gitarristin an. «Wir haben Spass daran zu spielen», findet Timon. «Wir haben Bock etwas zu spielen, das uns Bock macht.» So kann es auch mal sein, dass bei einem Live Auftritt eine Dubstep Einlage ihren Platz findet. Hauptsache Freude, denn das ist auch das, was die vier rüberbringen wollen. Zudem ist es ihnen wichtig, Ehrlichkeit auszustrahlen. Berenice meint, für sie sei jedes Konzert «ein ehrlicher Moment, wo du Leute einfach für eine Stunde in deine Seele schauen lässt.» 

Ehrlich und authentisch ist auch die Debütsingle. Die Band nimmt kein Blatt vor den Mund: Es geht um Sex. Wer mehr wissen will, muss sich die Single anhören. Die (Vor-)Freude seitens der Band ist auf jeden Fall riesig. «Wir haben lange an der Demo gearbeitet, gingen ins Studio und haben aufgenommen, liessen den Song in den Abbey Road Studios mastern und haben noch lange daran gefeilt und noch im Nachhinein arrangiert», reflektiert Philippe. Nun ist die Single endlich draussen und der Aufwand wars absolut wert. Das Produkt spricht für sich. Auch Philippe zeigt sich stolz: «Ich höre das auf meiner Anlage und denke mir: Okay, krass. Bei einem solch professionell klingenden Projekt war ich noch nie dabei.» 

 

Die Debütsingle ist aktuell nicht das einzige Projekt der Band. Schon Ende Herbst folgt ein nächster Release: vier Livesessions mit Video verpackt als EP. Zwei davon sollen als Singles schon im Voraus erscheinen. Die Kombination von Ton und Bild ermöglicht der Band, sich nochmals auf einer neuen Ebene auf der digitalen Bühne zu präsentieren. «Wir haben in einem Wohnzimmer aufgenommen und schöne Pflanzen hingestellt und so», verrät Philippe. «Es sieht echt cool aus.» Das Resultat zeichnet das bisher wohl präziseste Bild der Band. So meint Timon: «Wenn mich jemand fragt, was meine Band sei, würde ich ihm diese EP zeigen. Ich habe das Gefühl, sie ist schon sehr repräsentativ für diese Zeit, die wir jetzt zusammen verbracht haben.» 

 

Obwohl mit «Colourful Underwear» das erste Kapitel von Juicy Lemon Club auf den Streaming Diensten erst gerade begonnen hat, soll dieses mit den Livesessions bereits wieder ein Ende finden. «Für mich hat es etwas Abschliessendes, denn wir spielen diese Songs jetzt seit einem Jahr. Wenn sie mal draussen sind, kannst du weitergehen. Dann kannst du sie zur Seite legen und etwas Anderes, Neues machen», erklärt Berenice. Philippe stimmt zu: «Wir haben in den letzten zwei Wochen schon mit komplett neuen Dingen begonnen und diese EP ist jetzt wie ein erstes Kapitel. Ein Abschluss davon.» Was im zweiten Kapitel Juicy Lemon Club folgt, ist noch nicht ganz klar. Eines ist aber fix, wie Juan verrät: «Wir wollen tolle Konzerte auf tollen Bühnen für tolle Leute spielen!» 

 

Die nächste Möglichkeit auf ein solches Konzert bietet sich am Sprungbrätt Festival in Allschwil am 17. September. Bis dahin geniessen wir, was vom Sommer noch bleibt mit «Colourful Underwear» und freuen uns schon auf die erste Livesingle im November. 

 «Wir warten nicht darauf, dass uns das Publikum etwas gibt. Wir gehen einfach von selbst ab.» 

Vor 45 Minuten standen Los Tros Flamingos noch auf der Bühne. Jetzt sitzen die sechs Bandmitglieder in dieser Freitagnacht vor dem kHaus, reflektieren ihren Auftritt an der BScene 2022 und sprechen mit bâlusique über sich, ihre Musik und die Zukunft. 

 

bâlusique: Wie fühlt ihr euch? Wie habt ihr den Auftritt erlebt? 

Niško: Absolut genossen. 

 

Joška: Geil! 

 

Niško: Mit einem tollen Gefühl raus. Auch während dem Konzert. 

 

Moritz: Die Leute haben sehr viel gegeben. Das war richtig schön. 

 

b: Ihr habt schon grössere Konzerte gespielt. Ihr wart zum Beispiel mit Provinz auf Tour. Was bedeutet es euch hier an der BScene zu spielen? 

Philippe: Es war voll speziell. Wir hatten uns eigentlich angemeldet für die Ausgabe 2020 und hätten einen Slot gekriegt. Wir hatten uns mega gefreut und dann wurde ein Monat vorher logischerweise abgesagt. Dann dachten wir, nächstes Jahr vielleicht, aber da war auch wieder nichts. Wir habe lange darauf gewartet, wieder an einem Festival in Basel zu spielen. Wir haben mal am JKF gespielt, gerade nach der Gründung und das war mega speziell. Jetzt die ganze Entwicklung mit Strassenmusik, immer grössere Konzerte gespielt, jetzt sogar zum ersten Mal in Deutschland auf Tour und dann wieder zuhause mit den eigenen Leuten an einem mega nicen Ort zu spielen… 

 

Niško: Das hat auch eine ganz andere Bedeutung, weil man hier die Leute wirklich kennt. Ich war hier nervöser, weil ich das Publikum beeindrucken und überzeugen wollte von dem, was wir machen. 

 

Philippe: Das grösste Konzert mit Provinz war vor 1500 Leuten und da ist man auch mega nervös, aber man kennt halt niemanden. Hier sind es die eigenen Leute, natürlich viel weniger, aber trotzdem ist die Nervosität fast grösser. 

 

b: Zu Los Tros Flamingos allgemein: Wie würdet ihr euren Sound beschreiben? 

Niško: Deutscher French-Pop mit Funk auf Deutsch und viel Energie. 

 

Philippe: Ich würde sicher sagen Disco-Einflüsse, Funk-Einflüsse, French-House-Einflüsse und textlich von dieser deutschen Faber-Annenmaykantereit-Von Wegen Lisbeth-Generation beeinflusst. 

 

Joška: Jedes Bandmitglied hat eigene, unterschiedliche Vorstellungen von Musik, die wir selbst hören und die wir nice finden. In der Band ergibt das einen Pool, wo alles zusammenkommt. 

 

b: Habt ihr nie Konflikte, wenn ihr zu sechst die unterschiedlichen Vorstellungen unter einen Hut bringen müsst? 

Philippe: Safe. Die ganze Zeit. 

 

Joška: Ich finde, es lebt auch ein wenig davon, dass man nicht immer gleicher Meinung ist. Manchmal haben wir sehr lange Diskussionen, aber meistens kommt auch etwas Gutes dabei raus. 

 

b: Wie würdet ihr euch als Gruppe, als Menschen beschreiben? 

Alle: (lachen) 

 

Philippe: Jung, cringe, … (lacht) 

 

Moritz: Wir machen einfach unser Ding. Jetzt auch schon länger. Es gibt viele, die das nicht so fühlen, aber es gibt auch die, die es fühlen und das ist nice. 

Joška: Ich glaube, wir haben auch Spass daran, Dinge zu tun, die man eigentlich nicht macht oder die ein wenig peinlich sind, objektiv gesehen. Wenn wir so in der Gruppe sind, driften wir völlig weg von der Welt. Wenn wir manchmal ein Wochenende zusammen in den Ferien sind, können wir nicht mehr mit anderen Menschen normal reden, weil wir eine eigene Sprache entwickelt haben und alles Mögliche. 

 

Philippe: Am Anfang hat es voll von dem gelebt. Vom ersten Auftritt an gingen wir voll ab auf der Bühne. Scheissegal, ob es zwei Leute im Publikum hatte oder hundert. Irgendwie hat sich das immer weiterentwickelt. Wir haben dann halt auch auf der Strasse gespielt in Spanien, Frankreich, Italien, Deutschland. Da kommst du auf einen Platz und da sind Leute, die vorbeilaufen, und du musst die packen und dahinfesseln, damit sie dich wahrnehmen. 

 

Niško: Wenn du auf der Strasse in Basel spielst, kennt du die Leute, die vorbeilaufen. Da darfst du wirklich keine Fucks geben, denn du machst da irgendwas Komisches auf der Strasse. 

 

Joška: Jedes Mal, wenn wir auf einen Platz kommen, wissen wir, wir müssen jetzt Instrumente aufstellen und wir sind nicht einfach Strassenmusiker, die ein schönes, leises Instrument spielen. Wenn wir nachher spielen, kann man auf diesem Platz nicht mehr normal reden, weil es enorm laut ist. Es ist immer noch jedes Mal, wenn wir Strassenmusik machen, so, dass wir denken: «Oh fuck! Ich glaube, wir sind viel zu laut. Wir stören sicher alle.» Aber wenn man dann spielt, ist es immer geil. Diese Erfahrung, dass wir jedes Mal denken: «Das wird sicher scheisse,» und trotzdem kommt es immer gut raus, gibt uns die Einstellung: «Wir warten nicht darauf, dass uns das Publikum etwas gibt, sondern wir gehen einfach von selbst ab.» 

 

Timon: Ich finde etwas vom Belohnendsten ist, wenn Leute, von denen man denkt, dass sie es nicht so fühlen werden, kommen und voll abgehen und nachher noch sagen, dass es voll cool war. Zum Beispiel bei der Strassenmusik habe ich mal einen Familienvater gesehen, der total abgegangen ist. Ich dachte mir: «Voll nice! Für diese Leute mach ich das.» Für mich ist das das Belohnendste und ich glaube, für die anderen auch. 

 

b: Ihr macht schon recht lange Musik. Älteres Material habt ihr auf Spotify und Co. Wieder gelöscht. Wieso das? 

Philippe: Das war sehr lange ein Thema. Das war so vor den Provinz Konzerten. Da kam die Idee, dass diese Songs zwar lustig sind aber überhaupt nicht mehr das, was wir spielen. Weil wir auch wussten, bei Provinz werden Leute da sein, die die Grössten im deutschen Musikbusiness sind, wollten wir auch eine gewisse Seriosität vermitteln und nicht: «Wir sind eine lustige Band, die ihre Platte nach einem Plüschtier benennt.» Das hatte wenig damit zu tun, dass wir das selbst nicht mehr gefühlt haben, sondern dass das eine Ära war, die nicht mehr ist. Für uns gibt es das immer noch, aber man kann es halt nicht mehr auf Spotify hören. 

 

Joška: Wir haben sehr lange darüber diskutiert und schlussendlich haben wir es so gelöst, dass wir, glaube ich, die Sachen auf SoundCloud geladen haben oder laden werden. Die Idee ist schon, dass man das noch hören kann. Es ist nicht so, dass uns das peinlich ist oder so. Es gibt auch 200 Vinylplatten davon. Ich höre die immer noch gerne. Aber es entspricht halt nicht mehr dem, was wir heute machen. Der «Flamingo Roll»-Song läuft uns zum Beispiel ständig nach und wir haben nicht mehr so Lust, den zu spielen. Wir haben ihn schon so oft gespielt. Wir wollen den Leuten neue Sachen zeigen. 

 

b: Gibt es bald etwas Neues? 

Moritz: Eigentlich sollte es schon lange… (lacht) 

 

Philippe: Nein, also wir sind auf jeden Fall an neuem Zeug studiomässig dran. Wir spielen Sets von komplett neuen Songs, von denen nur knapp die Hälfte auf Spotify zu hören ist. Es ist geplant, dass wir uns bald wieder aufs Studio konzentrieren. Wir haben schon einen Grundriss einer EP mit vier Songs, die den Start einer neuen Ära für uns einläuten. Auch musikalisch. Wir arbeiten jetzt an der Pre-Production, aber ins Studio geht es dann wahrscheinlich erst im Mai/Juni. 

 

Joška: Songs haben wir eigentlich sehr viele Neue. Das war bei uns nie ein Problem. Wir hatten immer viele neue Songs. Was nicht so unsere Stärke ist, ist diese dann aufzunehmen, damit es so rüberkommt wie am Konzert. Auch im Proberaum gehen wir immer mega ab und haben voll die Party. Es ist enorm schwierig, diese Stimmung auf eine Aufnahme zu bringen. Wir haben viele neue Songs, aber bis diese auf Spotify sind, ist es immer ein sehr langer Prozess. Oft scheitert der auch, und irgendeinen Song haben wir zwar aufgenommen, aber sind nicht zufrieden und dann verschwindet er wieder. 

 

Philippe: Wir hatten eigentlich ein Debüt-Album-Projekt Ende 2020, wo wir tatsächlich ein Album aufgenommen hatten. Aber dann haben wir gemerkt, dass das eigentlich gar nicht mehr das ist, was wir gerade fühlen und dann haben wir es gar nicht rausgebracht. Keinen einzigen Song davon. Wir dachten, wir wollen uns erst ein wenig finden, uns definieren, bevor wir sowas raushauen. Jetzt denke ich, sind wir auf jeden Fall viel weiter in diesem Prozess. 

 

b: Was sind langfristig eure Ambitionen? Wo wollt ihr noch hin? 

Philippe: OpenAir St. Gallen, Gurten, … 

 

Alle: (lachen) 

 

Moritz: Das sind schon Ziele, Träume, vielleicht auch umsetzbare Träume. Aber vor allem Ziele. Ambitioniert rangehen und möglichst viele Leute mit unserer Musik beglücken. 

Joška: Voll. Und schlussendlich halt auch Spass daran haben, dass wir viele Dinge erleben, bei Konzerten Leute kennenlernen. Oder auch Dinge wie gemeinsame Sommerferien, in denen wir Strassenmusik machen in anderen Ländern. Das ist auch mega cool, da geht man einfach rum und lernt viele Leute kennen. Wir haben auch schon crazy Musiker kennengelernt, die uns zugehört haben und uns zum Nachtessen eingeladen haben und dann haben wir gemerkt, das ist irgendein berühmter israelischer Künstler. Diese Erlebnisse sind auch ein Grund, wieso man es macht. 

 

b: Wollt ihr noch etwas beifügen? 

Philippe: Es war ein kranker Auftritt! Wirklich sehr geil! 

 

Joška: Basel - geile Stadt. (lacht) 

 

Timon: Immer, wenn man wieder so auf der Bühne steht und sieht, das Publikum geht ab, dann weiss man, wofür man probt, Zeitpläne für die Band verschiebt und Dinge absagt. Dann weiss man wieder, wofür man es macht. 

Sam Lundíns kleines Herzensprojekt 

Man kennt ihn als Mitgründer und Drummer der schönsten Boyband Basels, doch nun startet Sam Lundín nebenbei auch noch sein eigenes Ding. Ende Februar kam die Debütsingle «Ella» (spanisch für sie) raus. Schon sehr bald soll die EP «Gestern wird alles besser» folgen. Wieso wagt Sam den Alleingang? Wovon handeln die neuen Songs und wie sind sie entstanden? 

 

Der 22-jährige Sam Lundín hat schon immer gesungen und Texte geschrieben. Letzteres auch für seine Band Nomuel. Als Schlagzeuger ist das Singen dort allerdings kein Thema. Die angestauten Texte müssen also sonst wie raus. Die Folge: ein Soloprojekt. «Es ging mir prinzipiell darum, diese Texte rauszubringen. Ich habe Dinge aus meinem Leben, meinen Alltag, in diesen Texten verarbeitet. Es war mir wichtig, meine Freunde und andere daran teilhabenzulassen.» Die Texte, von denen Sam spricht, entstanden teilweise bereits vor drei bis vier Jahren. Bei der aktuellen Single «Ella» handelt es sich beispielsweise um eine längst vergangene Liebesgeschichte, wie er verrät. «Das Schreiben des Texts half mir, diese Geschichte zu verarbeiten.» 

 

So entstand in den vergangenen Jahren eine Vielzahl von Texten, von denen es nun vier in musikalischer Form auf die EP geschafft haben. «Der Sound ist von Song zu Song unterschiedlich.» Mal Cro, mal Bruckner, mal James Gruntz, aber stets: Sam Lundín. «Es begann [mit «Ella»] mit etwas sehr Ruhigem, nur Gitarre, fast schon etwas Singer-Songwriter mässiges. Der nächste Song, der erscheint, ist richtig ausproduziert. Matze hat aufgenommen, wie er Bierdosen öffnet oder Papier auf dem Tisch hin und her wischt. Dazu kommen Piano, Saxofon, alles Mögliche.» 

 

Es gilt anzumerken, dass «solo» eigentlich nicht ganz die korrekte Bezeichnung für Sams Projekt ist, denn eng an seiner Seite steht der eben erwähnte Matze alias Matif. Zusammen haben die beiden bereits Mitte Februar die Single «Meerkind» veröffentlicht. Dabei handelt es sich jedoch um einen Track von Matif, auf dem Sam Lundín bloss als Feature zu hören ist. Bei Sams bevorstehender EP ist die Sache etwas anders. «Er ist bei mir nicht ein Feature. Er hat eine gleichwertige Position, deshalb kommt alles unter beiden Namen raus.» 

Matif (links) und Sam Lundín (rechts)

Matif ist für die musikalische Umsetzung der Songs zuständig, während Sam die Texte schreibt und singt. «Ich rede aber trotzdem stark beim musikalischen Teil mit. Ich komme mit einer klaren Vorstellung zu Matze und er ist derjenige, der sie verwirklicht.» Ohne Matif hätte das Projekt nicht in diesem Rahmen entstehen können. Er ist derjenige, der Sams Skizzen mithilfe seiner eigenen Ideen und seines Know-hows zu fertigen Songs schmiedet. «Ich bin nicht so talentiert in Melodieinstrumenten», verrät Sam lachend. Dass die beiden zusammen Musik machen, ist eigentlich eher Zufall. «Ich lernte Matif an einer Geburtstagsparty kennen. Ich kam mit ihm ins Gespräch und wir fanden: «Komm, lass mal jammen.» Dann ging das recht schnell. Beim ersten Jam fanden wir: «Komm, lass uns etwas aufnehmen» und in seinem Schlafzimmer produzierten wir dann unser erstes gemeinsames Stück Musik.» 

 

Auch die vier Songs, die auf der EP zuhören sind, wurden alle in Matzes Schlafzimmer produziert. Fertig waren sie bereits etwa vor einem Jahr. «Aber so, dass man sie nicht hätte veröffentlichen können. Es fehlten überall noch Details.» Dann kamen bei Sam Maturprüfungen dazwischen und nebenbei standen mit Nomuel die erste EP und eine kleine Tour an. Das Soloprojekt wurde auf Eis gelegt. Das schliessliche Auftauen und Fertigstellen war eine spontane Aktion. «Plötzlich anfangs Januar fand ich: «Hey Matze, wollen wir das nicht schnell fertig machen und rausbringen?» und here we are.» 

 

Die nächste und letzte Single soll am 18. März erscheinen und wenige Wochen später soll die komplette EP mit allen vier Songs zu hören sein. Ob die beiden auch mal live zu hören sein werden, ist noch unklar. «Sicherlich irgendwann, aber wahrscheinlich im kleinen Rahmen. Geplant ist noch nichts.» Bestimmte Ziele gibt es für Sam Lundín generell nicht. «Für mich ist es ein kleines Herzensprojekt, das mir zwar wichtig ist, von den Texten her und dass es draussen ist, aber es ist nicht so, dass ich Wert darauflege, dass es durch die Decke geht. Es ist für die Leute, die es gerne hören wollen und die sollen es hören.» 

Bild: Samuel Bosshardt

«Bizli weird, liideschaftlich, demokratisch» - Das sind die Weird Fishes

«Bizli weird, liideschaftlich und demokratisch». Mit diesen Worten beschreibt sich eine der vielversprechendsten jungen Bands in Basel. Ihr Sound lässt sich nicht in ein Genre kategorisieren. Verzerrte Rock-Gitarren und Alternative-Kompositionen prägen den ersten Eindruck der Weird Fishes. Doch die Jazz Hintergründe der fünf Mitglieder sind beim zweiten Hinblick nicht zu überhören. Sie selbst schreiben auf ihrer Webseite: «Während starke und wuchtvolle Passagen mit verzerrten Sounds und anhaltender Spannung eine düstere Realität des Lebens einfangen, erinnern befreiend schwebende Atmosphären an die unbefleckte Naivität des Träumens.» Nach dem Debütalbum letzten September steht nun das nächste Projekt für die jungen Basler an. 

 

Allesamt waren sie am Gymnasium Leonhard und belegten das Schwerpunktfach Musik. Die Saxophonistin Lisa, der Pianist Max und Lucas, der Drummer, hatten dazumal schon ein Jazz Trio. Nach einem Musical stiess Katharina, die Sängerin, dazu. Nachdem sich die vier von der obligatorischen Schulband absplitten durften, kam Konstantin, der Gitarrist, dazu. «Wir bekamen ziemlich schnell einen Gig, weil uns jemand an der Schule gesehen hatte. Dann mussten wir für diesen Gig dringend einen Namen suchen und so entstanden wir als Weird Fishes.», erzählt Katharina. Der Name kommt vom Radiohead Song. Aber «es ist nicht nur der Name», wie die Sängerin verrät. «Grundsätzlich kann man schon sagen, dass sich unsere Musikgeschmäcker im Verlauf der Jahre stark verändert haben, aber Radiohead war schlussendlich ein stetiger Begleiter», ergänzt Konstantin. Am Anfang seien sie noch mehr eine Funk Band gewesen. «So jazzy, funky und so», meint Lisa. «Alle bringen unterschiedliche musikalische Interessen und einen unterschiedlichen Werdegang. […] Ich glaube gerade früher hat man das noch mehr gemerkt. Wir haben uns in allem mal irgendwie ausprobiert.» So richtig ernst wurde es für die fünfköpfige Band laut Konstantin an dem Punkt, «an dem wir anfingen, selbst Songs zu schreiben.» 

 

Beim Songwriting zählt für die Weird Fishes vor allem eines: Alle sind beteiligt. «Wir bezeichnen uns gerne als demokratischste Band Basels», verrät Konstantin mit einem Grinsen. Der Grossteil dieser demokratischen Songs entsteht in den Bergen. Dort können die fünf Musiker:innen abschalten und ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Das Studio, das sie sich jeweils einrichten, verfügt über eine grosse Fensterfront. Dadurch würden sie sich stark vom Wetter beeinflussen lassen. Katharina erzählt: «Dann hat es da so geregnet und so kamen irgendwie diese Chords [von «The Unborn»] zusammen.» - «Ich sehe jetzt noch diesen Regen vor mir, wenn wir den Song spielen.», fügt Lisa an. Aufgrund des Einflusses des Wetters kann es auch gut mal passieren, dass ein Song entsteht, der um einiges düsterer ist, als es die Erscheinung der fünf Mitglieder erahnen lässt. Sie sind bunter und fröhlicher als viele ihrer Texte, die auch mal ziemlich erdrückend sein können. Die Weird Fishes würden halt auch aktuelle Weltprobleme, wie zum Beispiel das Gefühl von Ohnmacht in einer immer schnelleren Welt, thematisieren, wie die Saxophonistin anmerkt. 

 

Im Sommer 2020 erschien «An Occidental Dream», das erste Album der Band. Die sechs enthaltenen Songs überzeugen durch komplexe Kompositionen, emotionale Akkordfolgen, melancholische Melodien und tiefgründige Texte. Dass das Projekt trotz dem berüchtigten Coronavirus zustande kam, sei Glückssache gewesen. «Am Tag, als der Bundesrat den ersten Lockdown bekannt gab, hatten wir noch das Fotoshooting.» Die Aufnahmen hatten sie bloss wenige Tage zuvor beendet. Das Album konnte also noch vor den grössten Einschränkungen des Kulturlebens beendet werden, doch die geplante Plattentaufe und der Release mussten verschoben werden. Dass sie im September noch einen neuen Termin gefunden hatten, schreibt Konstantin ebenfalls dem Glück zu. Obwohl mit «An Occidental Dream» am Schluss fast alles gut ging, hat die Band trotzdem unter Covid-19 gelitten. Für das Debütalbum haben sie tief in die Tasche gegriffen in der Erwartung, es komme später wieder Geld durch Auftritte rein. Da diese aber wegfielen, gerieten die Weird Fishes etwas in finanzielle Schwierigkeiten. Doch diese schränkten die Kreativität der Band nicht ein. Im Gegenteil. 

 

Schon bald soll das nächste Projekt an die Öffentlichkeit kommen. Es handle sich um eine Single Collection, verraten die Mitglieder. Die vier Songs werden wenig Zusammenhang haben. Es wird kein zweites Album, sondern eben «bloss» eine Sammlung an Einzelstücken. Unter anderem wegen dem finanziellen Engpass, verzichtet die Band bei diesem Projekt auf einen externen Produzenten. Stattdessen mischt Konstantin die Songs ab. Dies erlaube mehr Möglichkeiten zum Experimentieren, «weil [Konstantin] nicht so viel verlangt wie andere Produzenten», wie Lisa lachend anmerkt. Zudem verleihe es den Songs etwas Persönlicheres. Da der Sound weniger von Dritten beeinflusst wird, kann die bevorstehende Collection die Weird Fishes noch authentischer rüberbringen. Auch das Cover wird alles andere als gewöhnlich sein. Jedes Mitglied designt eines der fünf Titelbilder. Davon sind vier für die Singles und eines für die Collection als Ganzes. Man kann vom kommenden Release also vor allem eins erwarten: mehr Weird Fishes als je zuvor. 

Bild: Ina Egger

Wenn aus Freundschaft Musik entsteht – Ein Interview mit der Basler Band Nomuel

Was sich vor etwa acht Jahren aus Noah Tran und Samuel Schneider zusammensetzte, ist mittlerweile eine sechsköpfige Band, die nicht nur in Basels Jugendszene bekannt ist. Die Spotify Statistiken sind beeindruckend, doch das ist den Jungs von Nomuel nicht so wichtig. Zuoberst steht für Noah, Samuel, Paul, Gian, Vale und Pablo das Beisammensein. Sie haben schon so einige Basler Lokale und Festivals bespielt und dies, obwohl sie erst drei Songs herausgegeben haben. Doch letzteres soll sich noch dieses Jahr ändern. Im Sommer steht die erste EP an. Ich habe mit Noah und Samuel über Nomuels Ursprünge, das Musikersein und die Zukunft der Band gesprochen. 

 

Wie kam Nomuel zustande? 

Samuel: Wir haben zu zweit angefangen. Wir waren zusammen in der Musikklasse in der WBS und haben nebenbei begonnen Musik zu machen. Irgendwann wollten wir eine Band gründen, aber niemand wollte mitmachen. Wir wollten eigentlich eine Band mit Gian und Vale gründen, die jetzt bei uns dabei sind, aber sie wollten nicht. 

 

Noah: Damals waren wir noch nicht cool genug (lacht). 

 

Samuel: Und dann kam irgendwann Paul dazu, der auch französisch singt und alle Instrumente spielt (lacht). Dann ging es so weiter. Es kamen immer wieder Leute dazu und andere gingen. Dann kam irgendwann Laurin, der Cellist. Da waren wir zu viert und dann hat es richtig angefangen mit ersten Konzerten. Seit dem Sommer 2019 waren wir zu siebt. Pablo, der Saxophon spielt, kam dazu und Gian und Vale, die beiden Gitarristen. Dann hat Laurin die Band verlassen und jetzt sind wir noch zu sechst. 

 

Wer sind eure grössten Einflüsse? Im Song «July» singt ihr zum Beispiel von David Bowie und Britney Spears. 

Noah: Das kommt einfach im Text vor, aber das sind keine Einflüsse. Das war einfach ein Joke aber, ich weiss nicht, es ist stark am Wandeln. Das ist schon zum Problem geworden. Wir haben noch nicht so richtig unseren Musikstil gefunden. Wir bringen bald was heraus und das ist wieder komplett etwas anderes. Wir sind uns ständig neu am Ausrichten. In jeder Probe finden wir wieder etwas Neues, das wir cool fänden. 

 

Samuel: Ich könnte jetzt nicht spezifisch jemanden nennen, der für uns ein Vorbild ist. Was interessant ist: Ein Einfluss ist Annenmaykantereit aber die singen zum Beispiel deutsch und wir singen gar nicht deutsch. Aber es geht vielleicht auch mehr ums Musikalische. 

 

Noah: Tom Misch. 

 

Samuel: Bei Paul ist es sicher Lomepal und so. Das sind französische Künstler, die sicher einen Einfluss haben. 

 

Noah: Und jetzt neu finde ich Provinz oder Jeremias nice. 

 

Samuel: Das sind halt alles Deutsche Bands. 

 

Noah: Wir fühlen, glaube ich, schon mehr deutschsprachige Musik. […] Wenn ich so nachdenke, der Einfluss kommt, glaube ich, hauptsächlich aus Deutschland. 

 

Samuel: Wir hören viel Verschiedenes aber irgendwo treffen wir uns immer. Es hat ein bisschen von allem. 

 

Was hebt euch von anderen Basler Bands ab? 

Samuel: Gar nichts eigentlich (lacht). […] Uns geht es darum, dass wir Spass haben und dass die Leute auch Spass dabei haben, wenn sie uns hören kommen. Dass sie danach nachhause gehen und einen guten Abend hatten. Klar ist es auch toll, wenn sie sagen: «Hey, mega nice Musik». Aber uns geht es nicht darum, dass jemand dort steht und sagt: «Fuck, war das ein geiler Gitarrenlick!», oder so. […] Das Einfache macht es manchmal auch aus. 

 

Noah: Das coole ist glaube ich einfach, dass, obwohl Sämi und ich aus der einfachen Musik kommen, waren Gian, Vale und Pablo am Jazz Campus. Wenn wir das Theoretische brauchen, haben wir es. Aber das Einfache, Emotionale, was auch jemanden berühren sollte, sind für mich nicht sechs Key Changes, sondern das ist für mich die Melodie. Für das muss man nicht zehn Jahre Theorie gelernt haben. 

 

Wie entsteht ein Nomuel Song? 

Samuel: Am ehesten im Band Raum. Entweder Noah spielt etwas, was er gerade im Kopf hat am Piano oder Gian oder Vale spielt etwas auf der Gitarre und dann wird einfach mal improvisiert, dann wird gejamt. Wenn es geil wird oder wenn man ein bisschen ein Gerüst hat, wird das immer wie mehr verwirklicht. Wir haben, als wir 2019 am JKF gespielt haben, am Konzert einen Song gespielt, der drei Tage alt war. 

 

Noah: Pauls Eltern hatten sich etwa eine Woche vor dem Konzert getrennt. Zwei oder drei Tage vor dem Auftritt waren wir im Band Raum und Paul war ein Häufchen Elend. Dann habe ich gesagt: «Hier nimm das Mikrofon. Wir machen jetzt einfach Musik und wir vergessen, was wir für Konzerte spielen.» So ist «Lapin Perdu» entstanden. Wir haben es am Konzert gespielt und es ist gut angekommen. Es sind solche Momente. Stücke entstehen bei uns nicht in drei Wochen, sondern in einer halben Stunde. «July» war auch in einer halben Stunde geschrieben. 

 

Samuel: «July» ist während den Aufnahmen für andere Songs entstanden. Wir wollten den Song eigentlich gar nicht aufnehmen. 

 

Noah: Den gab es gar nicht. 

 

Samuel: Er entstand in der Pause, als einfach ein bisschen gespielt wurde. Die anderen Aufnahmen haben wir schlussendlich gar nicht verwendet. 

 

Noah: Also eigentlich waren wir im Studio für ein Album, das es jetzt nirgends gibt. Das haben wir nie herausgebracht. Währenddessen kam «July» raus und dann sagten wir uns: «Weisst du was? Wir ficken auf das ganze Album und machen nur «July».» 

 

Nach dem Jugendkulturfestival habt ihr gesagt, dass ihr im Winter 2019/20 ein Album aufnehmen wollet und letzten Sommer hätte eine EP rauskommen sollen. Was ist daraus geworden? 

Samuel: Also «July» war eigentlich der Anfang dieser EP. Jetzt ist «Lapin Perdu» dazugekommen und im Sommer kommt der Rest. Das ist dann die langersehnte EP. 

[…] 

Noah: Es wird so herauskommen, dass es nicht so ist, dann und dann kommt die EP, sondern sie wird einfach plötzlich da sein. 

 

Samuel: Also unser Ziel ist es, die EP 2021 noch rauszubringen. Geplant ist Sommer. Mehr sagen wir nicht. 

 

Was ist das Schönste am Musikersein? 

Noah: Das Gefühl, Leute berühren zu können. Das muss nicht mal ein Konzert sein. Mir ist das sehr wichtig, dieser Austausch. Einfach auch die Zeit zusammen, das schweisst aneinander. Wir haben mal zwei Konzerte an einem Abend gespielt. 

 

Samuel: Wir kamen zum zweiten zwar eine Stunde zu spät (lacht). 

 

Noah: Wir kamen zu spät, aber es war so intensiv und man ist so gestresst. 

 

Samuel: Es ist ein grosser Stress, aber es ist halt auch nice, weil man so viel zusammen erlebt. 

 

Noah: Es ist, glaube ich, einfach die Zeit miteinander unter Freunden. Das ist wie manche, die Sport machen oder malen. 

 

Samuel: Andere haben ihre Mannschaft im Fussball und wir haben einfach unsere Band. 

 

Wovon träumt ihr generell als Musiker? 

Samuel: Also der Traum, ich glaube, da kann man auch gewissermassen von allen sechs sprechen, ist, davon leben zu können. Ob man das dann auch will, ist eine andere Frage. […] Konzerte spielen. Mit den Freunden Zeit verbringen und gleichzeitig durch Europa reisen zu können und Konzerte zu spielen. Egal ob es vor fünf Leuten ist oder vor zwanzigtausend. Das ist mir eigentlich egal. Es geht darum, eine gute Zeit zu haben und Musik zu machen. 

 

Noah: Liebe verbreiten (lacht). 

 

Samuel: (lacht) Love. 

 

Noah: Love. Die Welt ist einfach so voller Hass. Das finde ich das Schöne an der Musik. Man kann die Leute für ein, zwei Stunden connecten. Egal welchen Ursprung man hat oder wie alt man ist. Man kann alle Leute an einen Ort bringen. Dieses Gefühl zu vermitteln, finde ich sehr schön. Das sollte auch so sein, immer. Das finde ich auch an Festivals so nice. Davon noch leben zu können wäre mega geil. 

 

Nomuel in drei Worten? 

Samuel: Also zuerst mal Freundschaft. Freundschaft ist ein sehr grosses Wort. 

[…] 

Noah & Samuel: Simpel, Freundschaft und Liebe.